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Bei Sportwetten gibt es viele verschiedene Spielstrategien. Die gebräuchlichsten werden hier kurz erläutert.
Obwohl Sportwetten gemeinhin als Glücksspiel angesehen werden, so ist es mit bestimmten Strategien durchaus möglich, langfristig Gewinne zu erzielen. Geschickte Spieler nutzen dabei beispielsweise quotentechnische Fehleinschätzungen von Buchmachern bzw. des allgemeinen Wettmarktes aus. Das ist übrigens keine Erscheinung der heutigen Zeit, denn bereits im frühen 19. Jahrhundert gab es in den USA professionelle Spieler, die mit Wetten ihren Lebensunterhalt verdienten (Quelle: wikipedia.de). In den Büchern „Der Wettbörsen-Profi“ und „ODDSET- Buchmacherwetten“ werden folgende hochinteressante Spielstrategien ausführlich beschrieben:
Wenn ein Spieler langfristig einzuschätzen vermag, ob die vom Buchmacher angebotenen Quoten für bestimmte Wettereignisse zu hoch sind, wird er auf lange Sicht Gewinne erzielen. Das wird in den USA als „sharp betting“ bezeichnet, hierzulande ist der Begriff „Valuebetting“ geläufiger. „Sharp“ heißt schlau oder pfiffig, der Spieler ist also schlauer als der Buchmacher oder die Wettgemeinde. In den beiden Büchern werden verschiedene Methoden zur Findung von realistischen Quoten beschrieben. Diese sollen den Spieler bei seiner Einschätzung unterstützen, ob eine angebotene Quote realistisch, zu hoch oder zu niedrig ist.
Es gibt eine unbestrittene Möglichkeit bei Sportwetten, mit der sich sichere Gewinne erzielen lassen. Dabei handelt es sich um das Erwirtschaften sogenannter „Arbitragegewinne“, auch als „Surebetting“ (vom englischen sure bet = sichere Wette) bezeichnet.
Da jeder Buchmacher für jedes mögliche Ergebnis unterschiedliche Quoten anbietet und sich diese Quoten am Markt ständig ändern, kann es über mehrere Buchmacher hinweg für kurze Zeit zu einer Ausschüttungsquote von über 100 % kommen. In diesem Fall lässt sich ein Gewinn unabhängig vom tatsächlichen Ausgang der Wette erzielen, indem bei den jeweiligen Buchmachern gleichzeitig anteilige Geldbeträge auf alle möglichen Ergebnisse gesetzt werden.
Eine weitere häufig angewandte Methode ist das „Trading“. Dabei kauft der Spieler eine Wette in der Erwartung, dass die gekaufte Quote sinkt und die entsprechende Gegenquote steigt. Durch den späteren Rückkauf der Gegenquote kann so ein Arbitragegewinn erzielt werden.
In Wettbörsen, z. B. Betfair, ist das Trading besonders beliebt, da dort der „Spread“ (die Differenz zwischen Quote und Gegenquote) sehr gering ist. Bereits bei kleinen Quotenschwankungen lassen sich auf diese Weise vergleichsweise leicht Gewinne erwirtschaften. Darüber hinaus gibt es noch weitere clevere Methoden, die vor allem bei Livewetten angewandt werden können. Als Wettbörse kann Betfair von Spielern aus Deutschland allerdings schon seit einigen Jahren nicht mehr genutzt werden.
Es gibt heutzutage viele professionelle Spieler, die die zuvor beschriebenen Methoden so weit perfektioniert haben, dass sie ihren Lebensunterhalt ausschließlich durch Sportwetten bestreiten können. Zwischen professionellen Spielern und Buchmachern besteht jedoch ein gegenseitiger Interessenkonflikt, denn beide Seiten verfolgen dasselbe Ziel: Geld zu verdienen. Werden solche Spieler vom Buchmacher erkannt (z. B. anhand der Einsatzhöhe, der erzielten Gewinne oder der Häufigkeit der Wettteilnahmen), werden sie häufig vom Spielbetrieb ausgeschlossen oder die maximal möglichen Einsätze werden so stark begrenzt, dass ein Weiterspielen finanziell unattraktiv wird.
Bei Wettbörsen hingegen besteht dieser Konflikt nicht, da die Wettbörse selbst keine Wetten annimmt, sondern lediglich vermittelt und unabhängig vom Spielausgang an den Vermittlungsgebühren verdient. Eine Kommission wird nur dann fällig, wenn tatsächlich ein Gewinn erzielt wurde – und zwar als kleiner Prozentsatz vom Überschuss. Gewinner sind hier also ausdrücklich willkommen!
Bildnachweis: © HSB-Cartoon, Zocker, toonpool.com